Wird bald alles kostenlos?

Wir sind es schon heute gewohnt, bestimmte Dinge kostenlos zu erhalten. Gerade im Internet steht eine enorme Fülle von Gratis-Content für uns bereit. Wir können in Wikipedia stöbern, soziale Netzwerke und andere Dienste nutzen, Apps auf unser Smartphone installieren, und sogar bei vielen Portalen Produktproben anfordern, ohne einen Cent zu zahlen. Doch bei allen diesen Dingen handelt es sich nicht um Lebensnotwendiges. Bis Essen, Kleidung oder sogar Häuser kostenlos werden könnten, scheint weit in einer Science-Fiction-Welt entfernt zu sein.

Es ist aber nicht sicher, ob dies auch in der Zukunft so bleiben wird. Denn die Automatisierung schreitet mit Riesenschritten voran. Roboter haben schon vor langer Zeit die Fabriken erobert. Jetzt erreichen sie andere Wirtschaftssektoren wie die Landwirtschaft. Und Künstliche Intelligenz ersetzt immer mehr Routinearbeiten in Büros auf der ganzen Welt. Immer weniger Arbeit wird notwendig sein. Viele haben Angst, dass daher bald viele Menschen arbeitslos werden könnten.

Mit moderner Technik hin zur Gratiswelt

Der Vormarsch der Roboter und Künstlichen Intelligenzen ermöglicht vielleicht aber, dass wir bald die Möglichkeit haben könnten, auf wirklich kostenlose Dinge zugreifen zu können. Denn warum sollen Roboter nur für Cash bei Aktionären und Führungskräften sorgen? Sie könnten auch Gratis-Produkte herstellen. Auch lebensnotwendige Dinge. Denn wenn keine Arbeit mehr notwendig ist, fällt ein großer Kostenfaktor bei der Herstellung weg. Und auch für Energie und Materialien gibt es Lösungen, unter anderen durch Nutzung von Solar- und Windkraft.

Damit diese heute utopisch wirkende Vision Wirklichkeit werden kann, müssen wir neue Organisationsformen finden. Denn logischerweise lässt sich mit kostenlosen Produkten kein Gewinn machen, auf diesen sind kapitalistische Unternehmen aber heute angewiesen. Die Blaupause dafür könnten uns einige der kostenlosen Internet-Produkte wie Wikipedia geben, auch “materielle” Dinge in Zukunft gratis anbieten zu können.

Der Autor Daniel Barón de Oca hat in seinem Buch Zukunft Gratiswelt beschrieben, wie der Weg zu einer Gratis-Produktion aussehen könnte. Er sagt voraus, dass schon in wenigen Jahren erste lebenswichtige Gratis-Produkte “auf den Markt” kommen könnten, und dass spätestens in einigen Jahrzehnten nahezu alles kostenlos erhältlich sein wird. Außer vielleicht Dinge wie Villen am Strand und Goldschmuck – aber diese Luxusprodukte sind vielleicht noch weniger lebensnotwendig als Wikipedia.

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